Studieninteressierte

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,
liebe Studieninteressierte,

wir freuen uns, dass ihr Interesse an unserem Studiengang Rechtswissenschaften habt.

Die nachfolgenden Informationen sollen euch, zusätzlich zu unserem Informationsflyer sowohl unseren Studiengang als auch die Universität sowie unseren Studienort, die Stadt Kiel näher bringen. Viel Spaß beim Durchstöbern der Informationen!

Wenn ihr danach noch Fragen haben solltet, dann zögert nicht, uns anzuschreiben. Ganz einfach per E-Mail oder bei Facebook.

Viele Grüße von der Fachschaft Jura

Jura, was ist das eigentlich?

Das Thema Recht ist gerade im digitalen Zeitalter allgegenwärtig. In den Gerichtsshows sitzen Barbara Salesch und Alexander Hold auf ihrem Thron und „verknacken“ Tag täglich die Schauspieler auf der Anklagebank und vermitteln der Gesellschaft einen Eindruck des Richteramtes. Die Serien Boston Legal und Suits führen uns in das „coole“ Leben der Anwälte ein. Die Massenmedien vermitteln zwar ein eher einseitiges Bild, der Erfolg solcher Serien verdeutlicht jedoch das Interesse der Gesellschaft am „Recht“.

Vorlesungssäle füllen und den Fernseher einschalten reicht jedoch trotz eingehenden Studiums der einschlägigen Formate (leider) nicht ganz aus – es geht um mehr, um wahre „Wissenschaft“.

An dieser Stelle würde jeder Nichtjurist denken: „Jura, eine Wissenschaft? Von wegen!“ Aber: Rechtswissenschaft lässt sich eben nicht ohne Wissenschaft schreiben.

Der wissenschaftliche Teil der Jurisprudenz ist für Außenstehende grundsätzlich schwer zu erkennen. Die Rechtswissenschaft ist im Gegensatz zu den klassischen (empirischen) Wissenschaften wie der Physik, Biologie etc., bei denen es darum geht die Grundlagen der Natur zu erforschen, eine hermeneutische Wissenschaft. Ziel der Hermeneutik ist es, den Sinn der menschlichen Schöpfung auszulegen und zu verstehen. Sie erlangt in Form der Rechtswissenschaft allgemeine Bedeutung durch ihren Anspruch an die allgemeine Verbindlichkeit ihrer Texte (das formelle und materielle Recht) und deren Anwendung auf konkrete Lebenssachverhalte (den Fall). Die Rechtswissenschaft dient in erster Linie dazu, gesellschaftliche Konflikte zu lösen und in Zukunft zu vermeiden. In der Praxis wird dann versucht, den entsprechenden Lebenssachverhalt derart unter die Gesetze zu legen, dass nicht nur das Recht eingehalten wird, sondern dass der Konflikt für alle Beteiligten zufriedenstellend gelöst wird. Für euch bedeutet dies eine direkte Konfrontation mit der Arbeit an Fällen – und das schon in den ersten Stunden des Studiums. Dies werden zunächst kleinere Fälle sein, welche mit der Zeit immer komplexer werden. Der wissenschaftliche Teil beginnt in dem Moment, in dem das abstrakt formulierte Recht nicht mehr so eindeutig anwendbar ist. Daraus ergibt sich, dass Gesetze unter Beachtung der rechtlichen Grund-sätze und der juristischen Methodik ausgelegt werden müssen. Wie in jeder anderen Wissenschaft finden sich auch hier unter den verschiedenen Experten unterschiedliche Meinungen, was in der Regel zu einer Diskussion und schließlich der Formung verschiedener Meinungsbilder und Theorien führt, mit denen Ihr dann arbeiten müsst. Die verschiedenen Meinungsbilder und der ständige Diskurs innerhalb der Rechtsprechung können früher oder später dazu führen, dass das Recht in seiner jetzigen Form angepasst wird. Die Forschung dient aber nicht nur dazu, die bestehenden Gesetze anzupassen, sondern auch die Grundlage für neue Gesetze zu bilden. Die ganzen kleinen Einzelheiten werden sich mit der Zeit zu einem großen Ganzen verschmelzen und ihr werdet euer eigenes Bild der Rechtswissenschaft gemalt haben. Bis zu diesem Bild ist es ein langer Weg und ihr fangt gerade erst an zu lernen, wie man den Pinsel benutzt.

Andere haben sich jedoch schon ein Bild gemacht. Wenn man jemandem erzählt, dass man Jura studiert wird man entweder mit Ehrfurcht oder mit Abscheu angesehen. Abscheu erfährt man meist von den Leuten, für die Rechtsanwälte nur geldgierige Schufte sind, die über Leichen gehen, um ein größeres Auto zu fahren. Ehrfurcht von denen, die den enormen Ehrgeiz und Einsatz bewundern, welche das Jurastudium begleiten – oder von denen, die dem Vorurteil erlegen sind, dass man nur etliche Paragraphen und Artikel auswendig lernen würde. Macht euch euer eigenes Bild und seid offen für Neues – und auch euren Kommilitonen gegenüber.

Das Studium im Überblick

Das Studium dauert grundsätzlich neun Semester und endet mit dem ersten Staatsexamen. Damit ist die Ausbildung jedoch noch nicht beendet: Es folgt das Referendariat, an welches sich das zweite Staatsexamen anschließt. Erst dann hat man das Ziel erreicht – die Befähigung zum Richteramt.

Zunächst ist für euch jedoch das Grundstudium zu absolvieren. Die Regelstudienzeit dafür beträgt vier Semester. Ziel des Grundstudiums ist es, die Bandbreite des „Rechts“ kennenzulernen und dessen Anwendung und Systematik zu erlernen. Das Grundstudium wird mit der Zwischenprüfung beendet.

Nach dem Grundstudium folgt das Hauptstudium. Dieses dauert fünf Semester. In dieser Zeit wird das Schwerpunktbereichsstudium absolviert, welches zwei Semester dauert, und danach folgt die Examensvorbereitung, die ebenfalls zwei Semester dauert. Das Hauptstudium endet dann mit der Examensphase, die ca. ein Semester dauert.

 

Über die Universität

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat ca. 25.000 Studierende und ist die einzige Volluniversität des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Jedes Jahr strömen ca. 5.000 neue Erstsemester in die Hörsäle und studieren an einer der acht Fakultäten.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist eine der vier Gründungsfakultäten und besteht somit seit 1665.
 
Mehr zu der Geschichte der Universität erfahrt ihr hier.

Über die Stadt Kiel

 

Mit dem Studium beginnt für die meisten von euch in diesem Mo- nat auch ein ganzer neuer Lebensabschnitt, welcher vor allem von dem neuen Wohnort „Kiel“ geprägt sein wird. Kaum eine andere Landeshauptstadt, eine Stadt direkt an der See, muss sich mit der- art vielen Vorurteilen herumschlagen – doch je mehr Zeit man hier verbringt, desto mehr lernt man an den Nachkriegs- und Indust- riebauten vorbei zu schauen und sich so dem Charme der Fördestadt zu öffnen. Kiel ist Wind und Wasser, Sand und Stadt und vor allem ein ganz besonderes Lebensgefühl, das durch den Wech- sel zwischen Strand-Feeling und beißend kaltem Wind einmalig ist. Die erste Assoziation, die die meisten Menschen mit der Stadt Kiel verbinden, ist wohl die Kieler Woche. Jene zehn Tage im Jahr, die aus der ruhigen Landeshauptstadt ein einziges Volksfest machen. Obwohl der eigentliche Anlass die weltberühmte Segelregatta ist, strömen Millionen von Besuchern in die Stadt, um sich bei Bier und Wurst in Partyzelten und vor den Live-Bühnen zu amüsieren. Außerhalb der „KiWo“ spielt sich alles Leben in Kiel mehr oder minder auf dem Westufer der Förde ab. Den perfekten ersten Eindruck von der Stadt erhält man bei einem Spaziergang ausge- hend von der Hörn - dem südlichen Abschluss der Kieler Förde - die einen Blick über die Skyline Kiels, den Germaniahafen und mit etwas Glück auch auf ein Schiff der Stena- (Schwedenkai) oder Color-Line (Norwegenkai) erlaubt, gen Norden in Richtung der Kiellinie – der Hafenprommenade des Westufers und äußerst beliebt für einen Spaziergang.

Unmittelbar am Wasser befindet sich der Kieler Hauptbahnhof – einzigartig in seiner Lage und Ankunftsort für die meisten Besu- cher und Reisende.
Hinter dem Einkaufszentrum Sophienhof, Kiels erster Shopping- adresse, liegt unmittelbar die Fußgängerzone Holstenstraße mit zahlreichen Cafés und Geschäften. Links von dieser befindet sich der Europaplatz mit der Sparkassenarena, Heimspielort der Kieler THW-Handballer und Schauplatz von Konzerten und anderen Großveranstaltungen. Am Ende der Holstenstraße gelegen ist die Altstadt Kiels mit dem Alten Markt, dem Stadtmuseum, der Niko- laikirche und den Überbleibseln des Kieler Schlosses. Besonders zur Zeit der Weihnachtsmärkte wirken die kopfsteingepflasterten Gassen atmosphärisch und ziehen wahre Massen an Glühwein trinkendem Publikum an.

Früher einmal ein abzweigender Meeresarm der Kieler Förde, der die damals auf einer Halbinsel gelegene Altstadt Kiels im Süden und Westen umschloss, sind der alte Bootshafen und der Kleine Kiel heute nur noch Überbleibsel dessen. Trotz allem bietet be- sonders der Blick über den See und auf den alten Rathausturm ei- nes der schönsten Panoramen der Stadt.

Was vielleicht niemand so schnell von der Ostsee-Metropole er- warten würde, sind die vielen Gärten, Hügel und Parks. Vielleicht am schönsten ist der Alte Botanische Garten in der Nähe des Ge- omars an der Kiellinie, auf dessen höchsten Punkt der Gartenpa- villion steht, von welchem man einen herrlichen Ausblick hat. Doch auch der Botanische Garten der Universität, das Düstern- brooker Gehölz (Stadtwald) oder der Schlossgarten sind definitiv einen Besuch wert. Von Studenten am meisten aufgesucht ist wohl der Schrevenpark; bestens dafür geeignet, um sich in der vorle- sungsfreien Zeit bei einem Bier oder zum Grillen mit Freunden ins Gras zu setzen. Im Sommer und bei Sonnenschein bieten die Strände Falkenstein am nördlichen Westufer und Laboe an der östlichen Mündung eine wundervolle Möglichkeit nach der Uni oder am Wochenende mit Freunden den Blick auf Förde und Ost- see zu genießen. Auch Ausflüge zum berühmten Olympiahafen Schilksee und das nördlich vom Nord-Ostsee-Kanal gelegene Holtenau bieten sich für einen Ausflug an. Im Gras neben dem Holtenauer Leuchtturm sitzend kann man nicht umhin zu staunen, wie viele Schiffe aus aller Welt Tag für Tag ihren Weg durch die Kieler Förde finden. Im Laufe eures Studiums wer- det ihr viel Spaß in und mit dieser kleinen aber feinen Stadt haben und, um auch noch das letzte Vorurteil auszuräumen: In Kiel scheint die Sonne häufiger als in München!