Über die Stadt Kiel

 

Mit dem Studium beginnt für die meisten von euch in diesem Mo- nat auch ein ganzer neuer Lebensabschnitt, welcher vor allem von dem neuen Wohnort „Kiel“ geprägt sein wird. Kaum eine andere Landeshauptstadt, eine Stadt direkt an der See, muss sich mit der- art vielen Vorurteilen herumschlagen – doch je mehr Zeit man hier verbringt, desto mehr lernt man an den Nachkriegs- und Indust- riebauten vorbei zu schauen und sich so dem Charme der Fördestadt zu öffnen. Kiel ist Wind und Wasser, Sand und Stadt und vor allem ein ganz besonderes Lebensgefühl, das durch den Wech- sel zwischen Strand-Feeling und beißend kaltem Wind einmalig ist. Die erste Assoziation, die die meisten Menschen mit der Stadt Kiel verbinden, ist wohl die Kieler Woche. Jene zehn Tage im Jahr, die aus der ruhigen Landeshauptstadt ein einziges Volksfest machen. Obwohl der eigentliche Anlass die weltberühmte Segelregatta ist, strömen Millionen von Besuchern in die Stadt, um sich bei Bier und Wurst in Partyzelten und vor den Live-Bühnen zu amüsieren. Außerhalb der „KiWo“ spielt sich alles Leben in Kiel mehr oder minder auf dem Westufer der Förde ab. Den perfekten ersten Eindruck von der Stadt erhält man bei einem Spaziergang ausge- hend von der Hörn - dem südlichen Abschluss der Kieler Förde - die einen Blick über die Skyline Kiels, den Germaniahafen und mit etwas Glück auch auf ein Schiff der Stena- (Schwedenkai) oder Color-Line (Norwegenkai) erlaubt, gen Norden in Richtung der Kiellinie – der Hafenprommenade des Westufers und äußerst beliebt für einen Spaziergang.

Unmittelbar am Wasser befindet sich der Kieler Hauptbahnhof – einzigartig in seiner Lage und Ankunftsort für die meisten Besu- cher und Reisende.
Hinter dem Einkaufszentrum Sophienhof, Kiels erster Shopping- adresse, liegt unmittelbar die Fußgängerzone Holstenstraße mit zahlreichen Cafés und Geschäften. Links von dieser befindet sich der Europaplatz mit der Sparkassenarena, Heimspielort der Kieler THW-Handballer und Schauplatz von Konzerten und anderen Großveranstaltungen. Am Ende der Holstenstraße gelegen ist die Altstadt Kiels mit dem Alten Markt, dem Stadtmuseum, der Niko- laikirche und den Überbleibseln des Kieler Schlosses. Besonders zur Zeit der Weihnachtsmärkte wirken die kopfsteingepflasterten Gassen atmosphärisch und ziehen wahre Massen an Glühwein trinkendem Publikum an.

Früher einmal ein abzweigender Meeresarm der Kieler Förde, der die damals auf einer Halbinsel gelegene Altstadt Kiels im Süden und Westen umschloss, sind der alte Bootshafen und der Kleine Kiel heute nur noch Überbleibsel dessen. Trotz allem bietet be- sonders der Blick über den See und auf den alten Rathausturm ei- nes der schönsten Panoramen der Stadt.

Was vielleicht niemand so schnell von der Ostsee-Metropole er- warten würde, sind die vielen Gärten, Hügel und Parks. Vielleicht am schönsten ist der Alte Botanische Garten in der Nähe des Ge- omars an der Kiellinie, auf dessen höchsten Punkt der Gartenpa- villion steht, von welchem man einen herrlichen Ausblick hat. Doch auch der Botanische Garten der Universität, das Düstern- brooker Gehölz (Stadtwald) oder der Schlossgarten sind definitiv einen Besuch wert. Von Studenten am meisten aufgesucht ist wohl der Schrevenpark; bestens dafür geeignet, um sich in der vorle- sungsfreien Zeit bei einem Bier oder zum Grillen mit Freunden ins Gras zu setzen. Im Sommer und bei Sonnenschein bieten die Strände Falkenstein am nördlichen Westufer und Laboe an der östlichen Mündung eine wundervolle Möglichkeit nach der Uni oder am Wochenende mit Freunden den Blick auf Förde und Ost- see zu genießen. Auch Ausflüge zum berühmten Olympiahafen Schilksee und das nördlich vom Nord-Ostsee-Kanal gelegene Holtenau bieten sich für einen Ausflug an. Im Gras neben dem Holtenauer Leuchtturm sitzend kann man nicht umhin zu staunen, wie viele Schiffe aus aller Welt Tag für Tag ihren Weg durch die Kieler Förde finden. Im Laufe eures Studiums wer- det ihr viel Spaß in und mit dieser kleinen aber feinen Stadt haben und, um auch noch das letzte Vorurteil auszuräumen: In Kiel scheint die Sonne häufiger als in München!