Schwerpunktbereiche

Nachfolgend findet Ihr Informationen zu den verschiedenen Schwerpunktbereichen, die an unserer Fakultät angeboten werden.

SP 1.1 - Zivilrechtspflege mit Ausrichtung auf Familien- und Erbrecht

Dieser Schwerpunktbereich soll eine Spezialisierung im Familien- und Erbrecht für eine spätere Tätigkeit in der Zivilgerichtsbarkeit oder in den rechtsberatenden Berufen ermöglichen. Unter Einbeziehung der höchstrichterlichen Rechtsprechung werden die neuesten Entwicklungen im Bereich des Familien- und Erbrechts vermittelt. Dabei finden zum einen die internationalrechtlichen Bezüge, wie sie u.a. in den Abkommen der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht (z.B. zum Schutz von Kindern), in den Abkommen des Europarats (EMRK, Bioethikkonvention) und in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Ausdruck kommen, besondere Berücksichtigung. Zum anderen werden auch die Schnittstellen zu den privatrechtli-chen Gebieten des Medizin- und Gesundheitsrechts ausführlich thematisiert. In diesem Zusammenhang ist auch das Verbraucherrecht Gegenstand einer Vorlesung. Praxisorientierte Lehrveranstaltungen zur Vertragsgestaltung und zur Mediation, die gerade im Familien- und Erbrecht als Instrument der Streitschlichtung an Bedeutung gewinnt, runden das Angebot ab.


Koordinator: Prof. Dr. Rudolf Meyer-Pritzl

SP 1.2 - Zivilrechtspflege mit Ausrichtung auf Zivilverfahrensrecht

Der Schwerpunktbereich dient einer vertieften Vorbereitung auf die Berufstätigkeiten in der Zivilgerichtsbarkeit und den rechtsberatenden Berufen. Typisch für diese Berufe ist eine Verknüpfung materiell-zivilrechtlicher und verfahrensrechtlicher Kenntnisse. Dementsprechend werden die praktisch besonders bedeutsamen Themenbereiche des Zivilprozess-, Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrechts vertieft. Auch das Internationale Zivilverfahrensrecht ist in seinen Grundzügen Teil dieses Schwerpunktbereichs, da in der Justizpraxis immer häufiger internationale Bezüge auftreten. Außerdem werden im Einzelnen Fragen des Erkenntnis- und Zwangsvollstreckungsverfahrens, der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Insolvenz behandelt. Wünschenswert für das Studium im Schwerpunktbereich Zivilverfahrensrecht sind neben Kenntnissen im materiellen Zivilrecht der Besuch der allgemeinen Vorlesungen zum Zivilprozessrecht (Erkenntnisverfahren) im 4. Semester sowie zum Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht.


Koordinator: Prof. Dr. Stefan Smid

SP 2 - Kriminalwissenschaften

Der Schwerpunktbereich Kriminalwissenschaften vertieft das Pflichtfach Strafrecht durch eine Spezialisierung im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, Gesundheits- und Medienstrafrecht und erweitert den Stoff durch die Einbeziehung des Jugendstrafrechts und Sanktionenrechts, das unterschiedlich ausgestaltet ist, je nachdem, um welchen Deliktbereich es geht und ob der Verurteilte ein Erwachsener oder ein Jugendlicher ist. Zum einen werden Schnittstellen zu den Schwerpunkten Gesundheitsrecht und Wirtschaftsrecht thematisiert, zum anderen werden interdisziplinäre Bezüge angeboten, etwa durch rechtspsychologische und rechtsmedizinische Ergänzungsveran-staltungen. Schließlich wird das materielle Strafrecht ergänzt durch eine Vertiefung im Strafverfah-rensrecht und Bezüge zum Internationalen und Europäischen Strafrecht. Gerade die spätere berufliche Tätigkeit in einem Strafverfahren, beispielsweise als Richter, Staatsanwalt oder Strafverteidiger erfordert nicht nur entsprechende strafrechtliche und verfahrensrechtliche Kenntnisse, sondern auch das Wissen über kriminologische und psychologische Hintergründe von Straftaten und die Fähigkeit, psychologische und medizinische Sachverständigengutachten zu lesen und sinnvoll einzusetzen.

 Koordinator: Prof. Dr. Andreas Hoyer

SP 3 - Staat und Verwaltung

Der Schwerpunktbereich Staat und Verwaltung dient der Qualifizierung für die vielfältigen Berufsfelder im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Dieses Ziel verfolgen die Lehrveranstaltungen des Öffentlichen Wirtschaftsrechts (Europäisches und Nationales Wirtschaftsverwaltungsrecht, Privatisierungs- und Vergaberecht), des Fachplanungsrechts, des Rechts des Öffentlichen Dienstes, des Sozialrechts (Verfassungs- und europarechtliche Grundlagen, Allgemeines und Besonderes Sozialrecht) sowie der Verwaltungslehre. Inhalt und Anspruch der Vorlesungen korrespondieren den gewandelten Strukturen der Staatsverwaltung und den an sie gestellten Anforderungen. Damit bietet dieser Schwerpunktbereich zahlreiche Vertiefungs- und Übungsmöglichkeiten in den (Pflicht-)Fächern des Öffentlichen Rechts und des Europarechts. Darüber hinaus werden besondere Kenntnisse und Fähigkeiten hinsichtlich der weit gestreuten Berufstätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung von Kommunen, Kammern, Sozialversicherungsträgern, Ländern, Bund und EU sowie bei den Gerichten vermittelt.


Koordinator: Prof. Dr. Christoph Brüning

SP 4.1 - Wirtschaftsrecht mit Ausrichtung auf Arbeitsrecht

Dieser Schwerpunktbereich bietet sich für diejenigen Studierenden an, die an einer Berufstätigkeit als Richter in der Arbeitsgerichtsbarkeit, als Fachanwalt für Arbeitsrecht oder als Jurist in einem Arbeitgeberverband, einer Gewerkschaft oder im Personalbereich eines Wirtschaftsunternehmens interessiert sind oder – alternativ – an einer Berufstätigkeit als Richter in der Sozialgerichtsbarkeit, als Fachanwalt für Sozialrecht oder in der Sozialverwaltung. Bei dem Schwerpunktbereich Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt Arbeitsrecht handelt es sich um einen traditionellen Vertiefungsbereich, in dem das Arbeitsrecht mit dem Sozialrecht kombiniert wird. Der Schwerpunktbereich enthält zudem notwendige Ergänzungen in unternehmensrechtlichen Bezugsgebieten.


Koordinator: Prof. Dr. Hartmut Oetker

SP 4.2 - Wirtschaftsrecht mit Ausrichtung auf Steuerrecht

Das Steuerrecht bildet – wenn man einmal vom Strafrecht absieht – den massivsten Eingriff in die Freiheitssphäre des Bürgers. Die praktische Relevanz des Rechtsgebiets liegt damit auf der Hand. Der Schwerpunktbereich orientiert sich inhaltlich vornehmlich an den beruflichen Anforderungen der Rechtsanwaltschaft. Dort geht es in der Beratungspraxis in den meisten Fällen um zivil- und gesellschaftsrechtliche, vereinzelt auch um strafrechtliche Sachverhalte, die ergänzend vor dem Hintergrund des Steuerrechts zu würdigen sind. Daher finden sich in diesem Schwerpunktbereich nicht nur steuerrechtliche Veranstaltungen, sondern auch Veranstaltungen zum Bilanz-, Kapitalgesellschafts-, Konzern- und Umwandlungsrecht sowie ergänzend zur Vertragsgestaltung, zum Insolvenz-, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht. Insbesondere wird darauf Wert gelegt, die Querbezüge zwischen den einzelnen Rechtsgebieten herauszustellen. Auch wenn eine spätere berufliche Tätigkeit im Steuerrecht nicht beabsichtigt ist, erscheint der Schwerpunktbereich bezogen auf die beruflichen Anforderungen der Rechtsanwaltschaft empfehlenswert. Das Steuerrecht wirkt in so mannigfaltiger Weise in die Rechtsgestaltung im Zivilrecht hinein, dass eine seriöse Beratung etwa auf dem Gebiet des Erb- oder Familienrechts ohne Berücksichtigung der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen nicht möglich ist. Der Rechtsanwalt muss zumindest soviel Kenntnis vom Steuerrecht besitzen, dass er erkennen kann, in welchen Fällen er einen Steuerberater hinzuziehen muss.

Koordinator: Prof. Dr. Michael Fischer

SP 4.3 - Wirtschaftsrecht mit Ausrichtung auf Kartell- und Urheberrecht

Das gesamte Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht ist von ganz erheblicher und in den letzten Jahren angesichts neuer Wirtschaftsgüter und Vertriebsformen stark steigender praktischer Bedeutung. Neben den Kernveranstaltungen im Kartellrecht, Urheberrecht, Gewerblichen Rechtsschutz und Wettbewerbsrecht wird bei diesem Schwerpunktbereich besonderer Wert auf eine Vertiefung der gesellschafts- und wirtschaftsrechtlichen Kenntnisse und der einschlägigen internationalen Bezüge gelegt. Daher umfasst dieser Studiengang auch Vorlesungen im Kapitalgesellschaftsrecht, Internationalen Privatrecht und im Internationalen Zivilverfahrensrecht.

Koordinator: Prof. Dr. Haimo Schack, LL.M. (Berkeley)

SP 4.4 - Wirtschaftsrecht mit Ausrichtung auf Bank- und Kapitalmarktrecht

Das Bank- und Kapitalmarktrecht ist von stetig wachsender praktischer Bedeutung und bietet damit wirtschaftsrechtlich orientierten jungen Juristen interessante Berufschancen. Der Schwerpunktbereich umfasst neben dem Bank- und Wertpapierrecht, dessen Grundlagen stark im Bürgerlichen Recht und Handelsrecht verankert sind, das Kapitalmarktrecht, das auch im öffentlichen Interesse die Finanzmärkte regelt und deren Funktionsfähigkeit schützt. In engem Zusammenhang hiermit stehen das Kapitalgesellschafts-, Konzern- und Umwandlungsrecht sowie das Bilanzrecht. Sie sind daher ebenso Teil dieses Schwerpunktbereichs wie die Vertragsgestaltung und das Internationale Privatrecht, das bei den häufig grenzüberschreitenden Problemstellungen das anwendbare Recht bestimmt.


Koordinatorin: Prof. Dr. Dorothee Einsele

SP 5 - Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung

Der Schwerpunktbereich 5 richtet sich an Studierende mit besonderem Interesse an den internationalen Bezügen des Privatrechts und entsprechenden Berufszielen. Die Ausbildung umfasst drei Teilbereiche: Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Rechtsvereinheitlichung.
Das Lehrangebot wurde zum Wintersemester 2010/2011 umgestaltet. Neu eingeführt wurden u.a. eine Vorlesung zum Europäischen Privatrecht und eine Vorlesung zur Internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und Mediation (in englischer Sprache).
Die Ausbildung im SP 5 lässt sich gut mit einem Auslandsstudium, z.B. an einer der Partnerhochschulen der CAU, verbinden.

Koordinator: Prof. Dr. Alexander Trunk

SP 6 - Völker- und Europarecht

Der Schwerpunktbereich Völker- und Europarecht trägt der Bedeutung Rechnung, die das Völkerrecht und das Europarecht in den letzten Jahrzehnten gewonnen haben. Mit der fortschreitenden Integration in der Europäischen Union ist der Einfluss gewachsen, den das Europarecht auf nahezu alle Gebiete des deutschen Rechts ausübt. Im Schwerpunktbereich 6 werden vorhandene europarechtliche Kenntnisse wiederholt, gefestigt, erweitert und vertieft. Eine ähnliche Entwicklung wie für das Europarecht lässt sich für das Völkerrecht verzeichnen. Mit der Globalisierung haben die Interdependenzen zwischen den einzelnen Staaten und hat damit das Bedürfnis nach rechtlicher Regelung der internationalen Beziehungen zugenommen. Auch dies hat bedeutsame Rückwirkungen auf das deutsche Recht. Der Schwerpunktbereich 6 bietet neben einer Ausbildung im allgemeinen Völkerrecht und seinem Verhältnis zum deutschen Recht (im Anschluss an „Staatsrecht III“) Einblicke in wichtige Teilbereiche des besonderen Völkerrechts: den Internationalen Menschenrechtsschutz, die friedliche Streitbeilegung, das Völkerstrafrecht, das Seerecht sowie (alternierend) das Internationale Umweltrecht oder das Internationale Wirtschaftsrecht. Außerdem besteht die Möglichkeit zur Vertiefung von Kenntnissen der englischen Rechtssprache. Dieser Schwerpunktbereich bereitet damit insbesondere für alle Berufsfelder mit internationalen Bezügen vor.

Koordinator: Prof. Dr. Giegerich

SP 7 - Historische und philosophische Grundlagen des Rechts

Das Studium der historischen und philosophischen Grundlagen des Rechts ist notwendig für die systematische Durchdringung und praktische Beherrschung des unablässig wachsenden Rechts-stoffs. Ohne Rechtsgeschichte kann der Jurist nicht wissen, warum das Recht so geworden ist, wie es ist, und ohne Rechtsphilosophie vermag er nicht begründet zu sagen, wie es weiter entwickelt werden sollte. Dabei ist das eine mit dem anderen verwoben. Die Notwendigkeit juristischer Grundlagenforschung findet heute weltweite Anerkennung, die sich in einer verstärkten Hinwendung zur Rechtsphilosophie und Rechtsgeschichte auch in Ländern wie den Vereinigten Staaten zeigt, die das Studium bislang eher pragmatisch betrieben haben.

Koordinator: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Robert Alexy

SP 8 - Gesundheitsrecht

Der Schwerpunktbereich Gesundheitsrecht beinhaltet sowohl Komponenten aus dem Zivil- und Strafecht als auch aus dem Öffentlichen Recht. Das Gesundheitsrecht ist weiter gefasst als das Medizinrecht. Es hat neben den Kernfächern des Gesundheitsrechts (Sozialversicherungsrecht, Arzthaftungsrecht, Medizinstrafrecht) auch das die Gesundheitsberufe und die Leistungserbringer betreffende Recht zum Inhalt. Hierbei geht es unter anderem um Qualitätssicherung, Vergütung und außergerichtliche Konfliktlösungen. Aus der Breite des Rechtsgebiets werden das Privatversi-cherungsrecht (private Krankenversicherung) sowie – im Rahmen der Vorlesung Familienrecht – weitere Bezüge zum Gesundheitsrecht (insbesondere Abstammungsrecht und moderne Fortpflan-zungsmedizin) unterrichtet. Neben der Rechtslage in Deutschland werden auch die europarechtlichen Bezüge thematisiert. 

Weitere Informationen zu diesem Schwerpunkt findet man auf der Homepage von Prof. Dr. Schäfer (als pdf-Datei) sowie auf der Homepage des Intituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in Europa unter der Rubrik "SPB 8 - Gesundheitsrecht".


Koordinatoren:
Prof. Dr. Gerhard Igl / Prof. Dr. Frank L. Schäfer